Die ersten 100 Tage als Führungskraft

Die ersten 100 Tage als Führungskraft

Mit diesen Tipps meistern Sie Ihren Einstieg
12.07.2021

Die ersten 100 Tage als Führungskraft

Mit diesen Tipps meistern Sie Ihren Einstieg

Der Einstieg in einen neuen Job ist nicht immer leicht, schon gar nicht, wenn man zum ersten Mal eine Führungsposition übernimmt. Die neu gewonnene Verantwortung bedeutet oft eine Umstellung im beruflichen und persönlichen Leben. Gerade die ersten 100 Tage als Führungskraft sind besonders wichtig, da diese Zeit die Grundlage für die Zukunft bildet. Wie überzeugen Sie Ihre Mitarbeiter von sich und Ihren Kompetenzen? Welchen Führungsstil wenden Sie an? Welche Vorstellungen und Pläne haben Sie für die Zukunft? Für einen erfolgreichen Start müssen Sie daher gut vorbereitet sein und eine klare Vorstellung davon haben, wie Sie die ersten Monate als Vorgesetzter gestalten. In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie die ersten 100 Tage als Führungskraft ablaufen, welche Herausforderungen neue Vorgesetzte erwarten und wie sie diese meistern können.

So laufen die ersten 100 Tage als Führungskraft ab

Die ersten Tage im neuen Job oder nach der Beförderung sind anspruchsvoll, denn hier wird Ihnen viel abverlangt. Neue Eindrücke, neue Kollegen oder die Herausforderung, sich in einer neuen Position in der Hierarchie einzufinden – all das erwartet Sie zunächst in Ihrer neuen Führungsposition. Dabei durchläuft jeder die folgenden Phasen:

Orientierungsphase: Überblick verschaffen

Mit dem ersten Arbeitstag beginnt die Phase der Vorbereitung und Eingewöhnung. Die neue Führungsperson informiert sich eingehend über die Unternehmenskultur, die Ziele und die Struktur des Unternehmens. Nach dem Halten einer Antrittsrede und dem Kommunizieren der eigenen Vorhaben werden alle Teammitglieder, Kunden und Stakeholder kennengelernt, mit denen der neue Vorgesetzte zukünftig zu tun haben wird. In dieser Phase ist es besonders wichtig, Fragen zu stellen, zuzuhören und zu beobachten, um Gepflogenheiten und interne Prozesse nachvollziehen und später adaptieren oder optimieren zu können.

Planungsphase

Nach der Orientierungsphase wird sich in den ersten 100 Tagen als Führungskraft dem eigentlichen Tätigkeitsbereich gewidmet, um an konkrete Handlungsfelder herangeführt zu werden. Im Anschluss an eine Bestandsaufnahme sowie möglicherweise einer Übergabe des Vorgängers arbeiten Sie eine umfassende Strategie aus, mit der Sie Ihre Ziele erreichen können. Sie sollten die Ziele klar, messbar und realistisch definieren und sie mit den Unternehmenszielen abgleichen. In dieser Phase sollten Sie ebenfalls die Ressourcen planen, die Sie benötigen, um Ihre Ziele zu erreichen.

Umsetzungsphase

In der Umsetzungsphase geht es darum, Ihre Strategie in die Tat umsetzen. Sie sollten sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter verstehen, was von ihnen erwartet wird, und dass sie die notwendigen Ressourcen erhalten, um Ihre Aufgaben effektiv zu erledigen. In dieser Phase beweisen Sie, dass Sie in der Lage sind, sich an unvorhergesehene Ereignisse anzupassen und gegebenenfalls von Ihrer geplanten Strategie abzuweichen.

Evaluierung

Die ersten Wochen oder Monate sind vorüber und die initialen Projekte geplant und umgesetzt. Nun ist es an der Zeit, die ersten 100 Tage als Führungskraft Revue passieren zu lassen und die Ergebnisse Ihrer Arbeit zu überprüfen und zu bewerten. Was hat gut funktioniert? Wo liegen Ihre Schwächen? Wo besteht noch Optimierungsbedarf? Vergleichen Sie Ihre Ziele mit den tatsächlichen Ergebnissen und passen Sie basierend darauf Ihre weiteren Ziele an, um sicherzustellen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Ziehen Sie Konsequenzen aus möglicherweise nicht erreichten Zielen.

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3 häufige Herausforderungen in den ersten 100 Tagen als Führungskraft

Die Übernahme einer Führungsposition birgt eine Reihe von Herausforderungen, auf die man vorbereitet sein muss, um einen erfolgreichen Start als Vorgesetzter zu absolvieren. Um ein Scheitern zu vermeiden, ist es wichtig zu wissen, mit welchen Herausforderungen man rechnen kann:

Überforderung

Ein häufiges Problem beim Start in eine Führungsrolle ist die Unsicherheit und das Gefühl der Überforderung. Denn von einen auf den anderen Tag tragen Sie plötzlich Verantwortung für möglicherweise eine größere Anzahl von Mitarbeitern und haben den Freiraum, Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf das Unternehmen haben. Wichtig ist, dass Sie sich von dem Gefühl nicht überwältigen lassen, sondern sich Zeit für sich selbst nehmen und sich entspannen und regenerieren. Setzen Sie Prioritäten, verfallen Sie nicht in einen blinden Aktionismus und widmen Sie sich nicht allen neuen Aufgaben zur gleichen Zeit.

Konflikte mit anderen Führungskräften

Insbesondere in größeren Unternehmen sind Sie mit Sicherheit nicht der einzige Vorgesetzte. Gerade dann, wenn die anderen Führungskräfte bereits länger im Unternehmen tätig sind und die Dinge anders angehen als Sie, birgt dies ein Konfliktpotenzial in den ersten 100 Tagen als Führungskraft. Nicht immer sind diese offen für Neuerungen. Versuchen Sie Konflikte zu vermeiden, indem Sie respektvoll und professionell kommunizieren. Begegnen Sie Ihren neuen Kollegen mit Klarheit und Wertschätzung.

Akzeptanz der Mitarbeiter

Egal ob Sie innerhalb des Unternehmens aufgestiegen sind und Ihr Team bereits kennen oder Sie aber neu im Unternehmen sind – als Vorgesetzter kommunizieren Sie mit Ihren Mitarbeitern anders als mit gleichgestellten Kollegen. Nicht, da Sie überlegen sind, sondern weil Ihr Team Ihnen vertrauen und Sie respektieren muss. Es ist daher wichtig, in den ersten 100 Tagen als Führungskraft eine offene und ehrliche Kommunikation aufzubauen, um ein gutes Arbeitsklima zu schaffen. Gerade dann, wenn Sie vom Kollegen zum Vorgesetzten aufgestiegen sind und Sie Ihren alten KollegInnen plötzlich übergeordnet sind, müssen Sie sich in Ihrer Autorität zunächst üben. Je nach Unternehmensstruktur und -kultur ist es notwendig aus alten Gewohnheiten herauszubrechen. Um nicht Entscheidungen auf persönlicher Ebene zu fällen und sich durchsetzen zu können, muss eine gewisse Distanz zu Ihren Mitarbeitern aufgebaut werden.

Auch wenn Sie neu in ein Unternehmen kommen, müssen Sie sich und Ihre Fähigkeiten vor Ihren neuen Mitarbeitern zunächst beweisen. Gerade wenn Sie Nachfolger eines sehr beliebten Vorgesetzten sind, kann es schwierig sein in dessen Fußstapfen zu treten.

Die ersten 100 Tage als Führungskraft: Der richtige Umgang mit Ihren Mitarbeitern & Kollegen

Fördern Sie eine positive Arbeitskultur

Als neue Chefin oder neuer Chef arbeiten Sie täglich mit anderen Vorgesetzten und/oder untergestellten Kollegen zusammen. Um das Konfliktpotenzial so gering wie möglich zu halten und die Produktivität auf ein Maximum zu steigern, ist ein angenehmes Arbeitsklima von großer Bedeutung. Damit Sie Aufgaben guten Gewissens delegieren können ist ein gewisses Grundvertrauen unabdinglich. Bauen Sie daher von Beginn an eine gute Beziehung zu Ihren Mitarbeitern auf und lernen Sie, wie Sie das Beste aus ihnen herausholen, sie fördern und letztendlich das Unternehmen voranbringen können.

Klaren Führungsstil auswählen & konsequent anwenden

Die Wahl und Anwendung eines bestimmten Stils zur Führung ist von entscheidender Bedeutung, um ein positives Arbeitsumfeld und eine erfolgreiche Führungsarbeit zu schaffen. Ein klarer und konsistenter Führungsstil, der bereits in den ersten 100 Tagen als Führungskraft angewendet wird, kann Klarheit und Sicherheit für Ihre Mitarbeiter schaffen, Konflikte vermeiden oder lösen, eine positive Arbeitsumgebung und Kultur fördern und Vertrauen und Respekt bei Ihren Mitarbeitern aufbauen.

Verstehen Sie Ihre Führungsaufgabe & kommunizieren Sie als Vorgesetzter

Effektive Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Führungsstils. Stellen Sie sicher, dass Sie regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern sprechen und ihnen ggf. in Einzelgesprächen Feedback geben. Überlegen Sie sich, wie Sie klare Anweisungen und Ziele kommunizieren und Änderungen ankündigen können und stellen Sie sicher, dass alle Fragen beantwortet werden. Eine gute Kommunikation hilft nicht nur dabei, Probleme zu lösen, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Loyalität Ihrer Mitarbeiter. Bleiben Sie bei Ihren Aussagen und sorgen Sie nicht mit Widersprüchen für Verwirrung.

Team Kennenlernen & Bedürfnisse berücksichtigen

Indem Sie bereits zu Anfang Verbündete gewinnen, beispielsweise durch das Preisgeben der ein oder anderen persönlichen Information in der Antrittsrede, wirken Sie nicht unnahbar und können so ein gutes Verhältnis zu Ihrem Team aufbauen. Ersuchen Sie darüber hinaus Rückmeldungen Ihrer Mitarbeiter.

Umgang mit anderen Vorgesetzten in den ersten 100 Tagen als Führungskraft

Als neuer Vorgesetzter sollten Sie lernen, von anderen Führungskräften zu lernen. Suchen Sie sich einen Mentor, der Ihnen bei Ihrer Arbeit als Führungskraft helfen kann und auf den Sie bei Fragen zurückgreifen und den Sie um Rat bitten können. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit anderen Vorgesetzten und lernen Sie von deren Erfolgen und Misserfolgen.

Unsere Empfehlungen

So bewältigen Sie Ihre Aufgaben in den ersten 100 Tagen als Führungskraft

Was möchten Sie erreichen? Ihre Zielsetzung

Als Vorgesetzter sollten Sie die Unternehmensziele und -strategien gut verstehen. Überlegen Sie sich, wie Sie und Ihr Team dazu beitragen können, diese Ziele zu erreichen. Stellen Sie sich direkt zu Beginn die Frage, wie Sie diese Ziele gleich zu Anfang angehen wollen. Welchen Projekten widmen Sie sich zuerst? Was möchten Sie am Status Quo ändern und welche Herausforderungen möchten Sie angehen? Mit klar definierten und messbaren Zielen können Sie den Fortschritt verfolgen und evaluieren, inwiefern Sie Ihre Ziele erreichen. Unterstützend können Sie noch vor Beginn der ersten 100 Tage als Führungskraft eine Checkliste erstellen, anhand der Sie Ihre Strategie gut planen und stets anpassen können.

Eins nach dem anderen: Setzen Sie Prioritäten

Als Vorgesetzter werden Sie viele neue Aufgaben haben, die es zu meistern gilt. Um Ihre Ressourcen effektiv zu verwalten, müssen Sie lernen, Prioritäten zu setzen und zu überlegen, welche Projekte und Aufgaben am dringendsten erledigt werden müssen. Konzentrieren Sie sich darauf, diese Aufgaben erfolgreich abzuschließen, bevor Sie sich neuen Aufgaben widmen.

Fazit: Die ersten 100 Tage als Führungskraft

Der Grundstein für den Erfolg einer neuen Führungskraft wird in den ersten drei bis vier Monaten gelegt. In dieser Zeit durchlaufen neue Führungskräfte vier Phasen, in denen sich zunächst eingewöhnt und orientiert wird, bevor eine Strategie geplant, umgesetzt und letztendlich evaluiert wird. Um schnell den Übergang vom Kollegen zum Vorgesetzten bzw. vom Unbekannten zum neuen Vorgesetzten zu bewältigen, können die oben genannten Tipps für den Umgang mit Ihren Mitarbeitern, mit anderen Vorgesetzten und für die Bewältigung der neuen Aufgaben ab Tag eins helfen. Unser Vom Kollegen zum Vorgesetzten Seminar unterstützt Sie tiefgehend bei der Vorbereitung. So sind Sie für die Herausforderungen, die Sie in den ersten 100 Tagen als Führungskraft begegnen werden, bestens gewappnet.

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