
Seit jeher machen sich große Redenschreiber, Politiker und andere Kommunikatoren Rhetorik zu Nutze und schaffen es, Menschenmassen vom eigenen Standpunkt zu überzeugen. Auch in der heutigen Welt sind Kommunikation und folglich die Redefähigkeit unabdinglich – sowohl im privaten Umfeld, als auch in der Geschäftswelt. Während Reden als Naturanlage des Menschen gilt, ist das Beherrschen von Rhetorik Übungssache und kann systematisch erlernt werden. Mit dem richtigen Einsatz von Stilmitteln, untermalender Mimik und Gestik vermitteln Redner ihren Redeinhalt mit großer Überzeugung. Aber was ist Rhetorik eigentlich? Wie hat sich die Redegewandtheit über die Epochen hin verändert? Wo können Sie Rhetorik heute noch auffinden? In diesem Blogartikel erklären wir Ihnen, was es mit dem Begriff Rhetorik genau auf sich hat, und klären Sie über die wichtigsten Aspekte der Rhetorik in der heutigen Welt auf.

2. 5 Gründe, warum Rhetorik so wichtig ist
4. Wo wird Rhetorik heute angewandt? Die Anwendungsfelder
5. Was gehört alles zur Rhetorik? Das 5 Säulen Modell
6. Wie wird Rhetorik angewendet? Tipps für erfolgreiche Vorträge, Präsentationen & Gespräche
7. Von der Vorbereitung bis zur Präsentation: Die Phasen einer Rede
Der Begriff Rhetorik kommt aus dem Altgriechischen (rhetoriké) und bedeutet übersetzt “Redekunst”. Er beschreibt grundlegend die Fähigkeit, verbale und nonverbale Mittel für eine wirkungsvolle, mündliche Ausdrucksweise anzuwenden. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass Sprechen allein zwar eine Naturanlage des Menschen ist, Rhetorik jedoch eine Kunst ist, die es zu erlernen gilt.
Obwohl der Begriff Redekunst zunächst anders vermuten lässt, beschränkt er sich nicht allein auf den Redeinhalt. Tatsächlich leisten nichtverbale Komponente, wie der Einsatz der Körpersprache und das eigene Erscheinen, einen weitaus größeren Beitrag zur Performanz der zwischenmenschlichen Kommunikation. Durch den Einsatz der Redekunst kann das Publikum in Gesprächen emotional aktiviert, inhaltlich gefesselt und schließlich überzeugt werden.
Wer Rhetorik beherrscht, kann sowohl im privaten, als auch beruflichen Bereich in Gesprächssituation souveräner auftreten und sein Anliegen bzw. seinen Standpunkt besser vertreten:

In unseren Weiterbildungen zum Thema Kommunikation zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Hilfe von Selbstbeobachtung und bestimmten Werkzeugen Ihre Redefähigkeit verbessern und diese mit Kollegen, Kunden oder Geschäftspartnern im Berufsalltag anwenden können.
Die Ursprünge der Rhetorik lassen sich bis in die griechische und römische Antike zurückverfolgen. Bekannte griechische Gelehrte widmeten sich der Studie und Lehre der Redekunst ausgiebig und veröffentlichten die ersten Schriften über diese Disziplin. So wurde Rhetorik als Technik verstanden, auf Basis derer ausdrucksstarke Monologe formuliert und vorgetragen wurden. Auch andere große Denker und Politiker sowie gebildete Bürger machten sich Rhetorik zu Nutze, um in Volksversammlungen und Gerichtsreden überzeugend zu argumentieren, die Mehrheit für sich zu gewinnen und so ihre gesellschaftlichen oder politischen Ziele zu erreichen. So wurde Rhetorik bewusst theoretisch erlernt und in der Praxis angewandt.
Zum Ende der Antike änderte sich die Bedeutung der Rhetorik wesentlich. Die Theorie wurde zwar weiterhin in Schulen gelehrt, jedoch wurde es praktisch fast ausschließlich im religiösen Kontext angewendet. Priester machten sich die Disziplin zunutze, um die Gläubigen in Predigten zu überzeugen und in theologischen Diskussionen den eigenen Standpunkt zu vertreten und Rhetorik wurde nun auch im Schriftverkehr verwendet.

Bis heute verlor die theoretische Rhetorik immer mehr an Bedeutung. Auch wenn wir uns heute noch immer – zum Teil unterbewusst – die Systematik der Rhetorik zu Nutze machen – sowohl in Präsentationen, als mittlerweile auch in Dialogen – und schon früh lernen, wie wir am besten präsentieren, beschränkt sich das Erlernen der Theorie “Rhetorik” auf die Verwendung von Stilmitteln.
Während in der Vergangenheit Rhetorik hauptsächlich von Rednern bewusst eingesetzt wurde, ist sie heute in vielerlei Hinsicht hilfreich. Bereits in der Schule ist sie fester Inhalt der Ausbildung und Sprecherziehung. Wie stelle ich die Referatsinhalte möglichst ansprechend und kompetent vor? Wie fange ich die Aufmerksamkeit des Publikums am besten ein? All das wird spätestens in der weiterführenden Schule gelehrt. Gerade im Berufsleben ist das Beherrschen der Redefähigkeit unabdinglich. Kommunikationsstärke ist in unserer stark vernetzten Welt sehr wichtig und wird von Arbeitgebern in den meisten Berufen als essenzieller Soft Skill vorausgesetzt. Dazu zählt es nicht nur in der Lage zu sein, sich selbst in einem Bewerbungsgespräch gut verkaufen zu können, sondern auch professionell Konversationen mit Kunden und Geschäftspartnern zu bewerkstelligen.
Für Fach- und Führungskräfte ist Rhetorik daher eine ausschlaggebende Fähigkeit für berufliche Perspektiven. Aber auch abseits des beruflichen Werdegangs spielt Rhetorik auch im privaten Gebrauch eine Rolle. Und zwar dann, wenn wir in den sozialen Medien unterwegs sind, in denen wir Beiträge und Videos erstellen und veröffentlichen und uns so anderen gegenüber ausdrücken.
Modelle rund um das Themengebiet gibt es viele. Über Jahrhunderte hinweg haben sich Gelehrte und Wissenschaftler mit der Redekunst beschäftigt und diese stets weiterentwickelt. Auch wenn man Methoden von verschiedenen altgriechischen Akademikern heute nur noch im Rahmen spezieller Studiengänge und Weiterbildungen begegnet, weisen sie auch in der Praxis noch immer den Weg. Besonders beliebt ist das 5 Säulen Modell:
Vorteile von Rhetorik

Die Grundlage, um in Gesprächen zu überzeugen, ist nach wie vor das Gesagte. Ist die eigene Begründung unlogisch oder langweilig, ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gegenüber auf das Thema eingeht, geschweige denn mit dem Standpunkt übereinstimmt. Überzeugende Argumente sind daher sehr wichtig. Für die Entwicklung dieser wird bis heute das “Rhetorische Dreieck” bestehend aus Ethos, Pathos und Logos herangezogen. Demnach müssen Argumente folgende Eigenschaften aufweisen:
Der Ton macht die Musik. Das trifft auch dann zu, wenn man nicht mit, sondern vor Leuten spricht. So möchte man beispielsweise im beruflichen Kontext seriös und souverän wirken, um ernst genommen und als kompetent eingestuft zu werden. Eine starke, sichere Stimme unterstreicht das Gesagte, während eine leise, zitternde Stimme eher Unsicherheit vermittelt. Auch wer entweder zu gelangweilt oder übermotiviert klingt, wird damit weniger Erfolg haben als jemand, der freundlich, aber bestimmt spricht. Mit der richtigen Stimmführung, einer angemessenen Redelautstärke sowie einem angenehmen Sprechtempo werden Sie nicht nur verstanden, sondern strahlen darüber hinaus auch Selbstsicherheit aus. Das Publikum kann dem Vortrag folgen und hängt idealerweise wortwörtlich an Ihren Lippen.

Seinen Argumenten Ausdruck verleihen ist ein wesentlicher Bestandteil der Rhetorik. Um dem Publikum Argumente überzeugend zu präsentieren, spielt die Wahl der richtigen Worte eine große Rolle. Floskeln sollten vermieden werden. Stattdessen ist die Verwendung von Stilmitteln besonders hilfreich. Dazu zählen z.B.:
Mit sprachlichen Mitteln lassen sich Aussagen wirkungsvoll ausschmücken. Zaubern Sie Bilder in die Köpfe Ihres Publikums – für mehr Wirkung Ihrer Worte und Aufmerksamkeit der Zuhörer.
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. In der Rhetorik trifft eine gesunde Mischung aus beidem zu. Um überzeugen zu können ist es wichtig, dass der gegenüber dem Inhalt folgen kann. Damit er nicht während des mündlichen Vortrags den Faden verliert, weil zu viele Informationen auf einmal geliefert werden, sollten Redner sinnvolle Pausen in ihren Vorträgen einbinden. Neben einer logischen Gliederung in Einleitung, Hauptteil, Schluss sollte schon beim Üben darauf geachtet werden, dass Raum für Pausen bedacht wird.
Während sich Rhetorik überwiegend auf sprachliche Faktoren bezieht, zählt jedoch auch die Körpersprache dazu. Denn als Sprecher überzeugt man nicht nur mit Inhalt und Stimme, sondern auch mit der Haltung, Gestik und Mimik. Verleihen Sie Ihren Aussagen mehr Bedeutung und sich selbst ein sichereres und professionelles Auftreten, indem Sie eine offene Körperhaltung einnehmen und aufrecht und ruhig stehen. Achten Sie ebenfalls auf Ihre Gesichtszüge und halten Blickkontakt. So finden Sie Nähe zu Ihrem Publikum und unterstreichen Ihre Autonomie.
Um Lampenfieber entgegenzuwirken, den Faden im Gespräch nicht zu verlieren oder möglichst flüssig zu präsentieren, sollten Sie für Ihre Rede oder bevorstehende Meetings üben. Nehmen Sie sich die 5 Phasen einer Rede zur Hilfe!

In unseren Weiterbildungsveranstaltungen rund um das Thema Rhetorik zeigen Ihnen ausgebildete Rhetorikcoaches, wie Sie zielorientiert und wirksam kommunizieren.
Auch wenn Rhetorik heutzutage kein starres Konstrukt mehr ist, dessen Regeln befolgt werden müssen, um erfolgreiche reden zu können, kann die Berücksichtigung der altgriechischen Phasen einer Rede durchaus bei der Gestaltung unterstützen. Denn auch heute ist es sinnvoll, Vorträge strukturiert anzugehen und bewusst zu gestalten, um den Zuhörer bzw. den Gegenüber abzuholen.

Worüber möchten Sie sprechen? Was ist Ihre Botschaft? Was möchten Sie bei Ihrem Publikum auslösen? In der ersten Phase – der sogenannten Inventio – geht es um die Argumentationsgestaltung. Hier begibt sich der Redner auf die Themensuche und trägt alle gewonnenen Erkenntnisse und Argumente zusammen, die er in seinem Gespräch bzw. Vortrag aufführen möchte.
Nachdem der Redeinhalt ausgearbeitet wurde, geht es in der Dispositio an die Gliederung. Ein logischer Aufbau und eine schlüssige Reihenfolge der Argumente tragen dazu bei, die Zuhörer nach und nach für sich zu gewinnen. So empfiehlt es sich beispielsweise, mit dem schwächsten Argument zu beginnen und sich nach und nach zum stärksten Argument vorzuarbeiten. Auch ist es ratsam, nicht zu viele Informationen in einer Präsentation platzieren zu wollen. Bei zu viel Input oder einer ausufernde Gesprächslänge nimmt die Konzentrationsfähigkeit bei dem Publikum schnell ab und führt dazu, dass diese nicht mehr aktiv zuhören.
In der Elocutio-Phase wird die vorbereitete Rede mit sprachlichen Mitteln versehen und angemessen verpackt. Die sachlichen Argumente können mithilfe stilistischer Mittel, wie mit Vergleichen, Metaphern etc. emotionalisiert werden, sodass sie bei Ihrem Gegenüber das Interesse wecken. Dennoch sollten diese nicht zu inflationär eingesetzt werden, um die Natürlichkeit und Authentizität zu wahren.

Die Memoria-Phase dient dazu, die Rede zu verinnerlichen und auswendig zu lernen. Je weniger ein Redner auf seinen Spickzettel schauen muss, desto kompetenter wirkt er auf das Publikum und strahlt Professionalität aus. Da man in Vortragssituationen jedoch durchaus mal aus dem Konzept gebracht werden kann oder man den roten Faden verliert, kann das Schreiben und Mitnehmen von Notizen, beispielsweise auf Karteikarten, hilfreich sein.
Die letzte Phase einer überzeugenden Rede ist die Actio. Hier übt der Vortragende, seine Redeinhalte noch mit der eigenen Körpersprache zu untermauern. Diese Phase ist nicht zu unterschätzen. Oft führen Lampenfieber und Nervosität dazu, dass die Stimme zittert oder der Stand unruhig ist. Schaut man als Redner oder Rednerin zuvor bewusst auf seine Körpersprache und übt diese zum Beispiel vor dem Spiegel, können Vortragende diese auch in angespannten Situationen besser kontrollieren.
Ja. Mit Hilfe von Übungen, Selbstreflexion, Feedback von Außenstehenden können Sie Ihre Redefähigkeit verbessern. In unseren Weiterbildungsveranstaltungen decken wir all diese Punkte ab und unterstützen Sie professionell dabei.
Das Konzept der Rhetorik ist geschichtlich fest verankert und hat sich über Jahrhunderte behauptet. Basierend auf den Erkenntnissen von vielen bekannten Persönlichkeiten der griechischen und römischen Antike verwenden sowie Wissenschaftlern späterer Epochen machen wir uns auch heute noch die Redefähigkeit zu Nutze. Menschen, die eine gute Sprecherziehung genossen haben, können selbstsicher auftreten und souverän ihr Gegenüber mit ihren Ansprachen von ihrem Anliegen durchdacht überzeugen. So kann ihnen die Fähigkeit zu Reden sowohl im privaten, als auch beruflichen Umfeld von Vorteil und sie ihre Ziele effizient erreichen zu lassen. Dabei spielen neben dem Inhalt und der sprachlichen Ausgestaltung der eigenen Argumente auch Aspekte wie Tonlage, Körpersprache und das Einbinden von Pausen eine bedeutende Rolle. Um Anwendern den Weg zu einem erfolgreichen Vortrag zu weisen, wird auch heute noch gerne auf die 5 Phasen einer Rede zurückgegriffen.

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